Heim für behinderte Menschen

Das einzige staatliche Behindertenheim von ganz Nepal, befindet sich in einem Teilort von Kathmandu. In dem gleichen Areal befindet sich die einzige staatliche Schule, in welcher behinderte und nichtbehinderte Kinder in Nepal gemeinsam unterrichtet werden. Dort haben wir nach dem Erdbeben bereits  Wiederaufbauhilfe geleistet.
Die Situation für die ca. 85  zum Teil sehr schwer behinderten Männer, Frauen und Kinder ist unserer Meinung nach menschenunwürdig. Deshalb ist es uns, gemeinsam mit unserer Projektpartnerin Astrid Vöhringer, ein sehr großes Anliegen die Lebensbedingungen für die Menschen in dem Heim zu verbessern.
Die Verhältnisse sind katastrophal. Die Menschen leben in mehreren Trakten. Es gab bisher keinerlei Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Alle Bewohner mussten die dreckige braune Brühe nutzen, welche in Nepal aus den Hähnen läuft. Sie müssen sich damit waschen, aber auch trinken und gekocht wurde damit auch. Die Folge: Ständige und starke Magen-/Darmprobleme und weitere Erkrankungen. Zudem gibt es im Heim keine Windeln für die Menschen, so müssen sie den ganzen Tag in ihrem Unrat liegen/ sitzen und werden ein Mal am Tag an einem Waschplatz gesäubert. Dort werden die Menschen auf den Boden gelegt und mit eiskaltem braunem Dreckwasser abgespritzt. Handtücher gab es bis dato nicht. Die Menschen mussten mit der Kleidung trocken gerieben werden.
Das beschreibt nur einen Teil der Situation im Heim.


Wir haben, gemeinsam mit Astrid Vöhringer und unseren so fleißigen ehrenamtlichen Helfern für das gesamte Heim eine neue Wasserversorgung finanziert und installiert. Seit einigen Wochen gibt es neue Wassertanks, neue Wasserleitungen, Filtersysteme und sogar eine kleine Solaranlage, so dass die Menschen mit warmem Wasser gewaschen werden können.
Schlagartig haben die Durchfallerkrankungen nachgelassen, die Menschen fühlen sich besser und erfreuen sich auch an den täglichen Waschungen mit dem warmen Wasser. Dadurch bekommt auch das Essen eine andere Qualität und es schmeckt den Bewohnern besser.
Das war unser Anfang. Viele Dinge müssen noch verbessert werden. Derzeit werden für die Bewohner eine Art Schürze angefertigt. Aus abwaschbarem Material. Das ist leichter zu reinigen. Gleichzeitig wurde mit den Ehrenamtlichen vor Ort eine Windelkonstruktion entwickelt welche zum Teil gereinigt und zum Teil verbrannt werden kann. Zudem gibt es inzwischen Handtücher, die Umsetzungen dieser Dinge laufen in diesem Moment und werden auch von uns mitfinanziert.
Als nächstes ist uns wichtig die sogenannte Waschstelle zu optimieren. Aktuell kann man sich die Gegebenheiten wie eine Art „Carport“ vorstellen. Im Winter sehr sehr kalt, im Sommer nicht von der Sonne geschützt. Auf dem Boden liegen dünne Sperrholzplatten um vor Kälte zu schützen und den Unrat „aufzufangen“. Dort verbringen einige Bewohner den ganzen Tag. Wir werden die Plätze mit einem neuen Boden ausstatten (es gibt bestimmte gebrannte Ziegel, welche die Wärme besser speichern), die Wände werden mit Fenstern verkleidet. Das zusammen mit dem warmen Wasser verbessert die Situation für die Menschen erheblich.

Ein herzliches Dankeschön geht an Astrid Vöhringer für die tolle Zusammenarbeit und die tollen gemeinsamen Zeiten in Nepal!

 

 

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